April im März mit Panorama

17/03/05  Werratal oberhalb von Bad Sooden-Allendorf

Der Winter ist vorbei. Gestern der erste Frühlingstag, fast kurz/kurz auf dem Rad an der Werra entlang. Standesgemäß völlig übertrieben, den 15 Grad sind noch lange kein Sommer.

Nur weil der Körper sich an die Arktis gewöhnt hat, muss nicht gleich nach der Schneeschmelze die Haut in die ersten zarten Sonnenstrahlen gehalten werden. Trotzdem, weil es einfach 20 Grad wärmer ist als neulich, wird es gemacht und so kann es überraschen, das es etwas frisch wird. Nicht nur bei dem Blick auf dem Hohen Meißner, der seinen Gipfel noch mit Schnee bedeckt. Sondern auch, wenn es zum Wetterumschwung kommt, wie häufig in den höheren Lagen. Der erfahrene Bergbegeher weiß das mit der Klimakatastrophe, nimmt Stollenreifen ans Rad, wetterfeste Kleidung und plant nur eine kurze Tour nahe dem Basislager


Ja, der Frühling ist vorbei. Dunkele Wolken hängen tief zwischen den Sonnenflecken, die sind aber alles anderes als blauer Himmel. Alles ist noch fahl, der Frühling gestern war nur eine Falschmeldung. Die Temperatur ist nicht mehr zweistellig, aber trocken.

Als erstes werden die Räder getauscht. Alt gegen neu. Ein altes Giant 26“ Alu 3x9 V-Brake gegen ein neue Versenderrad  29“ Cube Caboom 1x11 Scheibenbremse. L.aura beginnt zu lächeln, nur bergab wird es viel zu groß und so tauschen wir wieder. Auch das Wetter tauscht Sonne gegen Schauer. Wir sind oberhalb der Ahrenberger Kneipe. Der Regen lässt nach. Wir nicht, suchen den Panorama am Werrahang. Hinter der Kneipe mit Mercedesstern geht es los, Nummer 26 steht an den Bäumen. Der Weg ist breit, der Hang steil. Nicht denken, sondern gerade aus fahren. Auf etwas rutschigen Boden. Irgendwann ist der Spaß vorbei. 


Es geht runter zur B27 und gleich wieder hoch. Nicht auf der Straße, sondern am Hangweg mit Schafen. Sobald wir die sehen und der Widder seine Herde beruhigt, wird es April. Sonne und Regen. Kaum merklich kühler, da es bergauf geht, tief hinein in den noch blätterlosen Wald. Etwas Quer und schon sind wir an der Jägereiche. Den Weg kenn ich noch aus dem Winter. Jetzt nur noch bergauf bis zum Roßkopfturm. Just an der Ecke auf dem Kamm kommt der April ganz heftig. Der Wald beginnt zu rauschen, grau kommt die Wand und es wird kalt. Und naß.


Und das Basislager ist weit, wie das Land. Es bleibt nur die Flucht nach vorne. Unter dem Regen-Bogen hindurch und schnellstmöglich ins Kamp. Die nicht mitgenommen Vorräte neigen sich dem Ende, schon seit dem ersten Tritt.     

 Neben den üblichen gut ausgerüsteten Wanderern haben wir einen verirrten Autofahrer im Wald getroffen. Leider sind uns nicht die vielen Schönwetterfahrer von gestern begegnet, wahrscheinlich legen die ihr Beine hoch, haben etwas übertreiben, so wie wir heute. Frühling ist, wenn die Müdigkeit schon vor dem ersten Pedaltritt eintritt.

Es kommen noch viele Tage mit heißem Wetter, da werden die Bäume uns erfreuen, mit ihrem kühlenden Blätterdach. Dann mit Wasserfläschchen im Halter und bestimmt in kurz/kurz eine lange Runde. Der Widder ist dann vorbei und andere Sternzeichen weisen uns den Weg und die Zeit.

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