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Mallorca 2017 Ausrollen


Mallorca Mittwoch 29.03.2017

Mittwoch, 29.3. Ruhetag. Halbzeit.


Ein Ruhetag dient der Regneration, dem Füllen der Speicher von Energie im Körper und der mentalen Erneuerung. Deshalb heute Ruhetag, nach 4 Tagen am Lenker, im Sattel.
Eigentlich befriedigt nur Radfahren, ob mit oder ohne Pässchen. Aber genau das sorgt nicht für Ruhe. Alternativen werden durchgeführt. Das sind Wanderungen in die Nachbarstadt zur Katzenberger, Busreisen nach Palma, Bettkleben, Strandwandeln und Radfahren ohne Verfolgungswahn. Mit 29%. Oder Laufen in den Blumenfeldern.

Strandwandler Mathias, Bremen, im Interview.

So, heute war Ruhetag.
Wie hast du dich selbst befriedigt?

Mathias:
Garnicht....

Erinnerst du dich gerne an die letzten Tage?

Mathias:
Ja, weil bis jetzt war alles ganz rund, bis auf die Knieschmerzen, beidseitig.

Was war dein größtes Glück der letzten Tage?

Mathias:
Valdemossaschild


Und erinnerst du dich an dunkle Momente?

Mathias:
Neee

Schätze mal, wieviele Biere bis jetzt getrunken wurden.

Mathias:
Persönlich: 70 Verpackungseinheiten
St. Pauli: 71

 

Was tut dir weh im deinem Alter?

Mathias:
Zerfall vom Körper

Und hindert das am Fahren auf dem Rad?

Mathias:
Bisher nicht, ist aber absehbar.

Gibt es ein Vorbild?


Mathias:
Ulli Borowka

Willst du als Stammesältester der St. Pauli Jugend etwas mit auf den Weg geben?

 

Mathias:
Quält euch hört nicht auf Jugendsprecher

Was wünscht du dir in den nächsten Tagen?

Mathias:
Sonne, Kilometer, Pimientos de Padrón, kein Besuch bei juand de medica (Krankenhaus Palma)

Wo soll dein Gedenkstein stehen?

Mathias:

Nicht auf Mallorca

Vielen Dank, das du uns den Ruhetag versüßt hast. Jan de Sport.

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Mallorca Dienstag 28.03.2017

Dienstag, 28.3.17, Lammschulter, 137 km, 2050hm

Vierter Tag in Folge im Sattel und vieles ist bereits Gewohnheit geworden. Die Sonne zum Beispiel. Sie scheint lächelnd vom Himmel und verbrennt die nordische Haut. Das Frühstück mundet um acht, Sattelkontakt um 9:30 Uhr. Heute soll es zur Lammschulter gehen, das ist ein Restaurant hinter dem Orient, oben auf dem Berg.
Wildeste Geschichten werden sich über den Weg dorthin erzählt, Nahtoderfahrungen ausgetauscht.
Aber zuerst gibt es noch einen neuen Weg heraus aus Paguera. Über Schotter. Und schon sind die beiden ersten platten Reifen fällig. Stefan und Matthias, beides Querfeldein-Spezialisten. Tatsächlich hätte es jeden Treffen können. So schwitzen wir schon beim Schlauchwechsel.


Über bekannte Wege rollt es weiter, verdammt gut. Es ist warm und leichter Schiebewind. Malte holt sich heute ein Ortsschild, Lars tut sich etwas schwer, lang war der letzte Abend.
Das von Bonyola greift er sich, und auf dem Plaza de Cafe greifen alle nach Kaffee in verschiedensten Formen, von Cola bis zum Espresso. Dabei wird der Durchgangsverkehr sondiert. Der Strom zum den Orient reisst nicht ab. 5,6% auf 5km ist mit Kette rechts zu fahren. Oben auf dem Pass gibt es kaum Stellfläche für verschwitzte Fahrer und Fahrerinnen.



Die Abfahrt kühlt angenehm, doch auch hier kommen vollverkleidete überhitze Radler entgegen. Das Wetter ist nicht sicher genug, lieber zu warm als zu kalt gekleidet. Und gerade der Orient ist ein Anfängerpass. Die Abfahrt könnte kalt werden.


Anstieg zur Lammschulter. Echte Löcher im Beton-Asphalt Belag. Der Weg scheint die Reste vom Hausbau auf Mallorca ab zu bekommen. Fahrbar, unter Schweiß, denn kein Wind und die Sonne steht voll drauf. Und im Restaurant brennt der Kamin. Es gibt für alle etwas und vorallem schnelle Bedienung.



Dann die Abfahrt. Wir werden durchgeschüttelt. Das Material hält mehr als unsere Hände. Das ist kein Mainstream, das ist verrückt, das kann nur St. Pauli.


Abenteuer vorbei, es geht in den Wind nach Palm. Der Mohn reckt sich in den blauen Himmel. So wie der letzte Pass heute, der Militärpass. Den erreichen wir genervt nach der Teilnahme am Berufsverkehr von Palma. Und wir erleben mit, wie die Reichen ihre Kinder mit dem Auto von der Schule abholen. Polizisten Regeln den Ansturm.

Die letzten 15km sind bekannt und fliegen vorbei. Pünktlich um 18 Uhr sitzen wir gebadet beim Bier.

Stefan ist nicht dabei, aber ich erwische ihn abends nach dem Essen am Strand:

Nach 9,37km warst du platt. Gemeinsam haben wir einen neuen Schlauch eingefädelt. War damit der Tag gelaufen?

Stefan:
Haha, erst später, in Palma im Verkehr.

Eigentlich hälst du in Sprints und am Berg mit. Was war heute los?

Stefan:
Vorbereitung auf den Ruhetag, morgen.

Erst als der Mainstream- Orient verlassen wurde, gingen die Lichter an. Hoch zur Lammschulter. Was sucht ein Pflanzenesser da?

Stefan:
Mit gehangen, mit gefangen. Gruppenzwang.

Auch in Palma war St. Pauli mal wieder nicht Mainstream und hat den Berufsverkehr aufgemischt. Welcher Berufsverkehr ist für Radfahrer besser? Hamburg oder Palma?

Ja. Palma ist nerviges Chaos, Hamburg ist Ampelchaos.

Und den letzten Sprint hinter Knelly hast du abgebrochen. Ich konnte sowieso nicht mehr. Was wäre, wenn die Lunge frei wäre?

Stefan:
Das hat nix mit Lunge zu tun, Knelly war zu schnell vorbei.

Also ist Tabakrautverbrennung in Lippennähe nicht kontraproduktiv zum Sport?

Stefan:
Ohne ist sicher besser, mit geht aber auch.

Sonst noch etwas? Wie klebt man am Bett fest?

Stefan:
Ganz einfach, platt machen und flächig verbinden, so wie gestern.

Bier?

Stefan:
Voll ist besser als leer
Bleib radikal und bald ist wieder cross. Jan de Sport


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Mallorca Montag 27.03.2017

Montag, 27.3.17, Passo de Soller, 135km, 2350hm

Regen, doch wieder Winter? Nein, warmer Regen. Und nur ein paar Tropfen. Aber wir Memmen wettern ab, starten erst eine halbe Stunde später. Und es gibt noch einen Weg heraus aus Pageura. Über eine Radweg neben der Autobahn. Biegen dann aber wieder ab in die Berge, zum Umspannwerk. Und weiter über den Militärpass in die Vorgärten von Palma. Nächstes Ziel ist der Pass nach Soller. Vorher üben wir noch belgischen Kreisel. Mit nachträglicher Analyse.

In Bonyola am Kreuzungscafe treffe ich Detlef. Er ist hier Guide. Unterwegs mit seiner Gruppe von Alcudia aus der anderen Ecke von Mallorca.

Hier kommt es zur ersten Desertation der st. Pauli Truppen. Die Stärke wird um zwei Helden reduziert. Der Rest fährt weiter den Passo de Soller hoch. Mädchenpass. Trotzdem schwitze ich in der Sonne.

In Soller, im Talkessel, gibt es Essen, damit die folgende Küstenstrasse noch schwerer und zäher wird. Irgendwann erreichen wir Valdemossa. Lars zuerst, mit Krampf im Bauchbereich.

Auf dem Rückweg zerfällt die Gruppe noch weiter. Nach der Teppichkante kommt eigentlich nur noch eine Falte. Doch vier Musketiere fahren nicht die Falte, sondern noch mal den Pass von gestern. Darunter auch Dominik.

Fit angereist, kein bisschen vergreist. Wie bleibt mann jung?

Dominik:
Kopfsache, dann macht der Rest mit.
Richtig Essen kann es nicht alleine richten, es gibt auch Junkfood Phasen.

Heute gab es etwas Regen am Beginn der Runde. Freut sich da das Crosserherz?

Dominik:
Regen auf der Strasse ist angenehm. Regen erhöht aber den Verschleiß. Habe aber keine Angst vor dem Wegrutschen.

Bergwertung ist schon in deinem Besitz, Wann werden die Ortsschilder gesammelt?

Dominik:
Da habe ich keine Ambitionen, Sprint in Flachen ist nicht meine Kernkompetenz. Am Berg tut sprinten mehr weh und ist ohne Gruppe.

Frauen munkeln, du hast mehr Schuhe als viele Frauen. Brauchst du noch ein paar Schuhe?

Dominik:
Ja, Frauen haben in der Regel nicht viel Radschuhe, also kein Problem mehr zu haben. Aber bei Schuhen allgemein ist die Konkurrenz groß.


Wieviele?

Dominik:
Radschuhe: 12 paar, Tria, Winter, Mtb, Strasse
Laufschuhe: Ca 20
Ausgehschuhe: >20

Wo sind die?

Dominik:
Ikea Schuhhänger an der Kleiderstange

Hast du auch die passenden socken dazu?

Dominik:
Für die Radschuhe auf alle Fälle, sogar mit Redundanz.

Was wünscht du dir?

Dominik:
Nichts, bin sehr zufrieden.

Vision?

Dominik:
Mt. Vetoux, wenn das Universum das möchte. Dann alle drei Anstiege an einem Tag. Aber nicht mit dem crosser.

Wiedergeburt?

Dominik:
Geht nicht besser 😉

Wir sehen uns beim cross und morgen.

Danke, sagt Jan de Sport


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Mallorca Sonntag 26.03.2017

Sonntag, 25.3.17, Küstenclassics vs Beachcruisen, 116km, 2400hm, Sonnenbrand


Der Winter ist definitiv vorbei. Es ist Sommerzeit. Und diese Zeitumstellung sitzt uns in den Knochen. Gestern noch ein paar Aus-Bier bei Miguel am Tresen. Nix los. Zu viert ziehen wir um den Block, immer noch nix los. Mallorca schläft noch.
Heute morgen überlegen wir kurz, was oben herum angezogen wird. Erstmal Frühstück. Dann welchen Lichtschutzfaktor.
Tatsächlich sind wir heute vollzählig, selbst die Sonne ist dabei. Und Patrick ist heute nach langer Krankheit (einen Winter lang) auch mit dabei.

Hier ein paar Fragen an ihn:

Patrick, du bist eigentlich den ganzen Winter von kleinen Infekten und Defekten geplagt. Jetzt ist Sommerzeit, wie geht es?

Patrick: besser

Du bist gleich bei einer Bergetappe eingestiegen. Bei der Auffahrt vom Meer bist du entspannt bei 23% Steigung sitzen geblieben. Musstest du nicht nach Luft ringen?

Patrick: schon, aber Klasse und Talent glänzen halt.

Nach dem Mittag, im wohl besten Fischladen der Insel, in port de valdemossa, ging es lange und schmal bergauf. Klein Sa colobra. Es sah bei dir nicht nach Schonen aus. Hat dich die Strecke motiviert?

Patrick: Das Wunderland hat Wunder bewirkt.

Nach valdemossa ging es stetig fordernd berg auf und bergab. Du bist locker mitgerollt. Was rätst du allen schwer kranken zum Thema mitrollen.

Patrick: Gans vorsichtig mit Puls unter 150 im Feld.

Und was ist besser? Mitquälen auf dem Rad oder sich im Bett wund liegen und auf Gesundheit warten?

Patrick: Mit quälen, denn verpasste Chancen bleiben ungenutzt.

Bist du morgen beim Kettenspannen wieder dabei?

Patrick: selbstverständlch.

Weiterhin alles Gute, von Jan de Sport



Dass wir unterwegs Dano getroffen haben, zeigt wie klein die Insel ist. Und auf den letzten Metern wurden wir von einer Fahrerin vom Liv Team Mallorca aufgemischt. Sie hatte so komische Regenbogenstreifen am Trikot. Selbst Lars hat nach dem kleinen Rennen gesagt, er hat seine Meinung geändert und war kurz verliebt.


Der Tag ist ausgeklungen mit doppelter Beachparty. Und der Gewissheit, das wir nicht die schnellsten auf der Insel sind.

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Mallorca Samstag 25.03.2017

Samstag, 25.3.2017, 167 km, 1700 hm, Einrollen

Traditionell wird das Einrollen etwas überbewertet. Gestern fiel die kleine Runde bekanntlich aus und wurde an den Tresen verlegt.

Einrollen dient zum Kräfte vergleichen, damit die Strecke angepasst ausgewählt werden kann und das passiert meist am Vorabend in der Runde - oder am Morgen beim Blick zum Wetter. Heute wurde keine Strecke festgelegt, sondern es wird frei gefahren. Inklusive Ortschildsprints und Bergwertungen.

Und so sind wir alle überrascht, was kommt. Konsens ist, keine Pässe. Nachdem wir pünktlich los gerollt sind und vor der Dunkelheit wieder auf der Terasse sitzen, frage ich mal  Dirk,wie es ihm heute so ergangen ist.


Hallo Dirk, du kommst aus Bremen. So lag dir heute bestimmt die Strecke. Schön flach, windig. Autobahnbrücken sind die Bergwertungen. Sag mal, was hast du gedacht, als es gleich nur bergauf ging?

Dirk: Schöner Tod. Es geht nicht anders.

Jeder, der schon mal eine Runde gefahren ist, weiß, dass Rückenwind irgendwann zu Gegenwind wird. Hast du dich auf die Wende gefreut?

Dirk: Bombig, herrlich die Verjüngung, von 45 auf 23 (Stukies). Das Leiden kam uns immer entgegen.

Du hast Waden wie Baumstämme, damit hast du einmal versucht, den Knelly vorm Ortsschild weg zu drücken, ging aber nicht. Falsch vorbereitet?

Dirk: Als Campa-Fahrer (Annahme der Redaktion: ital. Schaltungsherrsteller Campanoglo) ist auf einem Shimano Rad umdenken angesagt. Wenn es schnell gehen soll, dann kann es zu Fehlschaltungen kommen.

 

Du hast vor Santa Maria die Verfolgung von Knelly mit angeführt. Am Ende hat es auch da nicht gereicht. Beschreibe mal kurz, was für ein Gefühl das ist, alles zu investieren und nix zu gewinnen?

Dirk: Ich kenne nichts anders. Ich bin ein Kompletter Fahrer, kann alles, aber nichts richtig und auf jedem Terrain langsam.

Am Ende ging auch nix mehr, zu lang, zu kalt oder zu schwach?

Dirk:
Ja.


Morgen wieder Spannung auf die Kette. Gute Fahrt.

 

Befragt durch Jan de Sport

 



Den Anderen geht es auch gut, lecker und auch viel gegessen am buffet, teilweise auch gesund. Tatsächlich nimmt die Müdigkeit zu.

Heute alles drei Punkte eines guten Traininglagers erfüllt: fahren - essen - schlafen

 

Morgen kein Ruhetag, wegen Zeitumstellung ist es dann länger hell. Und bis zu 20 Grad.

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Mallorca 24.03.2017

Freitag, 24.3.2017, Pagira, Mallorca, Espanol
Anwesend: Knelly, Malte, Dirk, Patrik, Stefan, Mike, Jan, Mathias, Domenik

 

In den letzten sieben Jahren fliegt ein Teil von St. Pauli nach Mallorca. Immer war der Grund, in Form zu kommen, Kontur an die Beine zu bekommen und am Tresen zu verkommen.

Im achten Jahr zieht es die St. Pauli Gang wieder hier her. Aus allen Richtungen der Welt werden die grau gecheckten eingeflogen: Bremen, Hamburg, Düsseldorf. Fast zeitgleich wird aus der Sonne in den Regen geflogen, Miguel holt uns am internationalen Airport ab und chauffiert uns zu seinem Hotel nach Pagaira, das ist nördlich von Palma.

 

Warum immer alle nach Mallorca fahren, bleibt ein Rätsel. Berge gibt es auch woanders, aber sie sind um diese Jahreszeit nicht schneefrei. Die Berge auf Mallorca scheinen sich den Radfahrern angepasst zu haben. Ureinwohner fragen sich: Was war zu erst da, die Berge oder die Radfahrer. Kann es Spass machen zwischen T-Shirt Verkäufern und Thüringer Würstchen zu fahren? Irgendwas muss ja anziehend dort sein. Die Schönen ziehen sich um diese Jahreszeit noch nicht aus, keine Bikinis, nur Trikots.

Und es regnet, das erstemal seit drei Wochen. Das heisst, der 40km Prolog fällt aus und die Runde wird zu Elke an den Tresen verlegt. Elke ist die Frau von Miguel.

Ich laufe kurz vor dem Essen die Flugtrombose aus den Beinen. Wasser von oben, von unten von der Seite, wo Schönheiten im Neoprenanzug wellenreiten.


Zum Abendbrot gibt es Paela, Lammschulter und vino Tinto, sowie Chervezia.

Mit jedem Schluck verschiebt sich die morgige Startzeit. Trotzdem ist die Mannschaft guter Dinge um 9:30Uhr Sattelkontakt zu haben. Kompromisslos wird morgen kurz und flach, sowie weit und steil gefahren, damit die Grundlagen ausgebaut werden. Das Wetter wird gut, so wie unsere Form, da folgen wir uns.

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