Mallorca Samstag 01.04.17

Schweineberg vs Rollerwelle, 120km, 2000+hm,

Endzeitstimmung. Und erster April. Schreibe ich kurz nach dem der erste April angefangen hat eine Nachricht in die whatsup Gruppe, die super funktioniert:

 

 

 

 

Ich muss leider die tour nach Randa absagen. Ich muss da ran. Kleine tour mit meinen Schwestern. St. Jan

Denn für den letzten gemeinsamen Tag wurde eine flache Tour durch die Gärten von Palma geplant bis zum Fuß vom Berg Randa. Zurück mit kleiner Einkehr im Yachthafenrestaurant von Palma.

 

Doch schon beim Frühstück bröselt die Gemeinsamkeit, nicht wegen Krümmel am Abend, sondern weil so manch Träume noch gelebt werden wollen. 

 

Patrick, Malte und Dominik wollen noch mal nach Sant Elm, eine Fahrt in der Nähe und recht kurz. 

 

Stefan, Dirk,Mathias,Lars und Mike halten an der Randa Tour fest und ich möchte mir den sagenumwogenen Schweineberg geben. Es klingt nach einem Drachennest. Steil, hart, schlechte Wegstrecke und zeitlos lang. 

 

Das alles verkürzt werden muss, liegt auch daran, das die Räder vor 18Uhr abgegeben werden müssen. 

Die Fahrt mit den beiden Damen widerrufe ich, da es sich um einen Aprilscherz handelt. Die Warnung ist angekommen. 

Unglaublich pünktlich, so wie die ganze letzte Woche, startet die Randagruppe, an die ich mich anhänge. 

Ich hatte gedacht über den Hauspass einzusteigen, aber es geht über den Gavia II. (Calvia)

Wieder unten gibt es Hochgeschwindigkeit auf etwas feuchter Strasse, da in der Nacht ein paar Regentropfen gefallen waren. Schon bald klinke ich mich aus, links geht es zum Schweinberg. Eine niedliche Strasse voller Blumen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann geht es bergauf. Steil, aber fahrbar und immer wieder mit Erholungsstücken. Der Weg ist nicht an die Wand genagelt und tut nicht sonderlich weh. Babydrachenweg. Es soll aber der härteste Anstieg von Mallorca sein. Das wertet den Rest ab. Oben wird der Belag schlechter und zieht so etwas mehr an der Moral. 


Da die Abfahrt recht nass und moosig ist, Bremse ich behutsam. Alles in allem ist der härteste Anstieg von Mallorca mit Respekt zu genießen, aber keiner muss Angst haben, seine Knie danach ins Krankenhaus bringen zu müssen. Erst mit einer Übersetzung von >39/25 und nasser Strecke kann von einem erlegten Drachen gesprochen werden.

 

Der Wind steht gut, die Beine sind warm und kein Regen droht. Die Zeit rennt wie immer, es bleibt aber noch genug für eine weitere Schleife. Wieder hoch zur Küstenstrasse und rechts ab nach Valdemossa. Es geht über den selben Pass, wie am zweiten Tag. Heute rollt er mit Kette rechts, kann am Schiebewind liegen, vielleicht auch an den Beinen. Das Rollen ist erst vorbei, als die Küstenstrasse Richtung Soller ansteigt und der Wind von vorne kommt. Die Lage wird erst, aber nicht aussichtslos. Denn rüber über die Kuppe und es rollt wieder. Es kommen mir schmerzverzerte Radler in Vollausrüstung und Gesichtstüchern entgegen, wie bei einem drohenden Schneesturm. Ich finde, kurz/kurz ist gut, bei Abfahrten auch mit Weste. 

 

Und dann endlich und nochmal mein Lieblingspass. Heute von Soller aus. Zuerst biegt der Verkehr in den Tunnel ab, dann die Bahn. Es bleiben Zitronenbäume, Radfahrer und ganz viele Serpentinen. Alles bei freundlichen 5,6% im Schnitt. Doch nun macht sich ein kleiner Zuckermangel im Blut bemerkbar. Schnell ein Bonbon zwischen die Zähne und oben den Blick Richtung Palma lenken.

Es bleiben 41min bis zum Hafen. Um 37min später schaue ich in Palma auf die Handyuhr, weil ich den Weg zu Wasser vor lauter Häusern nicht sehe. Die Abfahrt vom Pass hat am meisten Zeit gebraucht, auf der MA-11 ging es gut, mit Rückenwind wurden die Kreisverkehre recht eng. Nur fliegen und Küssen ist schöner.

Im Yachthafenrestaurant sehe ich auch schon das schwarzbunte Lycra von St. Pauli sitzen, die Sant Elm Gruppe ist schon da. Heute knapp dem Tod durch einen Ralleyfahrer entgangen. Mit 150 Stukies über eine Kuppe, wo die Jungs gerade waren. Zum Glück in Reihe ganz rechts. 

Die Jungs von Randa sind auch unterwegs. Sind kurz an den Berg von Randa ran da gefahren, dann aber ran die Beach und in den Wind. Jetzt drücken sie mit 22 Stuckies und voll gespannter Kette. Derweilen fliegen die Servietten ins Hafenbecken und die Wanten am Mast der Schiffe singen ein böses Lied von Ketten und Liegeplätzen. 

Doch irgendwann ist die Herde vollzählig und beginnt sich zu füllen, zu stärken für den letzten Pass. 

Noch etwas durch die Stadt.

Und dann über den Pass. Noch einmal Abfahren.

Noch zweimal Ortsschildsprint, die Lars sich sichert, wie so oft. Ich mag ja das letzte Stück vor Paguera. Wo wir mit der Blonden um die Wette gefahren sind. Und dann ist es vorbei mit dem Trainingslager. Noch das Rad abgeben und auf dem Rückmarsch an der Mole anhalten, apres Radbier und Baden. Lars hat mittlerweile auch das Wasser für sich entdeckt.

Aus der Sonne taucht ein weiterer Drachentöter auf, Dominik. Er wird noch 2 Wochen auf der Insel bleiben, etwas Vergangenheit bewältigen mit seinen Triathlon Kumpels und am Ende wohl 500 Watt fahren können. 

Ein letztes mal Büfett essen, wie immer zu viel und zu lecker. Aber jetzt nichts mehr wie immer. Miguel gibt einen aus, an seiner Bar. Wir entscheiden uns für einen Tunnel. Mallorkanischer Jägermeister in grün auf Eis. Wirkung identisch. Und dann gehen wir alle auf die Pirsch. Zuerst gegenüber "zur Kriese", hier ist der Bierpreis von 1€ auf 1,30€ in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Schlagermusik und speedy conzales machen den Laden sympathisch. Auch ist ein Glas in unseren Runde kaputt, es ist zu schnell leer. Da heute Eröffnung ist, gibt es sofort ein heiles Neues. Es bleibt bei einer Rrunde. 

Denn wir ziehen weiter zum krümel stadl. Senorita itself tritt heute auf. Doch erst ab Mitternacht. Solange halten sich die Drachentöter nicht auf den Beinen. Was in der Zeit alles passiert, bleibt mein Geheimnis. Nur soviel: Ich bin nicht Hansi Hinterseher und richtig geküsst wurde auch nicht. 

Den Austunnel nehmen wir wieder bei Miguel an der Bar. Kurz noch mal dem Krümel gelauscht und dann tragen wir uns gegenseitig ins Bett.

Wir alle haben in der Woche hier und da Drachen getötet. Die Köpfe haben wir nicht Krümel geschenkt, sondern nehmen sie mit nach old Germany zu unseren Liebsten.

Heute ein paar fragen an den Drachentöter Mike.

Mike, heute war der letzte Tag vom Trainingslager. Vorerst. Oder willst du nie wiederauf die Insel?

 

Mike:

Was das denn für eine Frage, bin schon halber Mallorkiener. 

 

Jetzt geht es wieder nach Hamburg, zurück an die Werkbank. Familie wartet auch. Freust du dich?

 

Mike:

Wie bolle, ganz dolle

Als Kulissenbauer hast du immer wieder einen neuen Film. Auf der Insel gibt es auch viel Kulisse. Welche gefällt dir am besten?

 

Mike:

Überlegt...alte facettenreiche inspirierende Steinmauern, die an fast jeder Ecke in echt vorhanden sind. Und das schon, bevor es den Film gab.

 

Neben Bergwelt, Südseeparadies und Blumengarten hast du am Ende die Partymeile bunt gemacht. Voll porno, oder? 

 

Mike:

Krümmel, Krümmel, Krümmel. Wenn Millieustudie und Studio, dann im Krümmelstadl.

 

Hat dich eine Kullisse besonders belastet? Welche?

 

Mike:

Nein, an jeder Kulisse wächst man.

 

Welche Kullisse hat dich befreit? 

 

Mike:

Sa calobra


Die 1000km sind voll. Wie fühlt sich der Körper an? Stahl oder Wal?

 

Mike:

Stahlbeine und Walhintern

 

Was ist geplant zur Formerhaltung?

 

Mike:

Kommende Projekte ermöglichen die Formerhaltung. Rtf, schneller Jugendsport mit Sohnemann. Aua.

 

Neben den 1000km gibt es bestimmt weitere Erfahrungen. 

 

Gruppe?

Mike:

Wie immer super durchgeknallt

 

Hotel?

Mike:

Deutlich verbessert, top Preis Leistung. Suppe wurde nach 2 Tagen gestrichen

 

Wetter?

Mike:

Perfekt, wie bestellt.

 

Anforderungen?

Mike:

Erfüllt, 1000km

 

Was sollte beim nächsten mal nicht vergessen werde?

 

Mike:

Wäscheleine und Klammern

 

Noch eine kurze Zusammenfassung?

 

Alu, Carboon und Eisen bricht, aber unsere Körper nicht

Mike:

Ja, dieses mal. Werden wir vielleicht vernünftig?

 

An Trainingslagern wie diesen sollte keiner still stehen

Mike:

Doch kurz, Ruhetag hilft

 

Und die Jahre ziehen ins Land, und wir fahren immer noch mit Verstand.

Mike:

Jaaaa

 

Atemlos durch Ortsschildsprint

Mike:

Sprintintervalle machen herzschlaglos, das ist mehr Helene Knelly oder Lars Fischer.

 

Und sonst? 

 

Mike:

Nächstes Jahr mal wo anders. Urlaub ist da, wo mann nicht sein Lager hat.

Aber nirgendwo ist es professioneller. Und es gibt keine wirkliche Alternative zu Malle.

 

Danke für alles von Jan de Sport (die Frisur sitzt wie der Helm)

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Mallorca Freitag 31.03.17

Sauftour, 120km, 2700hm


Definitiv ist nach einer Königsetappe die Luft raus. Die Moral der Truppe leidet, wurde der König doch gestern gehuldigt. Doch wie wird die Moral erhalten, wie bleibt die Kette gespannt?

Beim üppigen Frühstück wird von Lars ein verlockendes Angebot unterbreitet. Wir fahren kurz und breit.

Die Untertanen stimmen zu, denn die Sonne scheint, das Meer liegt ruhig und es sind keinerlei körperliche Ausfälle zu melden. So sind 100 kulinarische Kilometer Urlaub für alle. Alternativen gibt es keine, der Ruhetag war doch langweiliger Stress.

 

Tatsächlich wird heute fast traktreu gefahren, nur entscheidet sich die Gruppe für einen extra Abstecher. Nicht zu steil mit schöner Aussicht. Der Schweineberg von hinten bis es steil wird. Doch vorher Gavia 1 und 2. Clivia heist das. Meine Beine sind leer, letzter Schweiss rinnt schon nach wenigen Metern aus den Poren. Irgendwann muss ich zünden, doch der Puls springt nicht an. Kein Grund zur Sorge, normales Bild bei Etappenfahrten. So eiere ich heute mal hinterher und suche Form. 

 

Der kleine Abstecher ist ganz nett, zeigt aber weder die Klasse vom Schweineberg, noch große Ahas. 

Irgendwie ist heute alles so zäh, das sogar der Löffel im Kakao stehen bleibt.

Wir eiern zur Küstenstrasse hoch. Ich muss meinen Tritt fahre und breche mal wieder aus der Gruppe aus. Und wie so oft zündet das andere an und es kommt zu Atemnot.  Mike duelliert sich mit Lars um das nächste Ortsschild. Viel zu viel für mich. Aber ich kann durchfahren und halte kurz vor dem Verlassen der Küstenstrasse für ein Foto.

Dann nur noch hoch, der Sonne entgegen und runter nach Antrax. Tatsächlich ein Abfahrt ohne zu bremsen.

Meine Frisur sitzt.

Jetzt ein Abstecher nach Sant e-lm. Hier starten Spassfahrten mit kleinen Autos, hier gibt es schlechtes Essen für viel Geld. Und hier gibt es das Ein-Bier für heute. 


Lars geht mit Netzhemd baden, seine Netzstrümpfe hat er vergessen und geht auch keiner Meerjungfrau ins Netz.

Nachdem uns schlecht genug ist, geht es an die Heimreise. Erst nach Antrax über die bekannten kleinen Wellen. Und dann von Antrax nach Escapella. Lars kennt da eine Abkürzung. Die geht zwar etwas gegen die Wand, ist aber kurz. Und so kommen wir hinter Dominik, aber vor dem Rest der Gruppe oben an. Jetzt etwas flach und vor der Buggy Gruppe fliehen.

Es capella ist ein Einfallspunkt für heimkehrende Radler. Von hier ist das erlösende Hotel nicht mehr weit. Und ein zweites Bier gibt es auch. Auch wenn die Kleidung nicht mehr ganz korrekt sitzt.

Mit sachdienlichen Hinweisen und Eingriffen in das Renngeschehen versuchen wir von der Bordsteinkante aus, die Fahrer bis in Haarspitzen zu motivieren.

Das macht warm und so muss der Organismuss mit ordentlich Flüssigkeit gekühlt werden.

So kommen noch drei Bier hinzu. Zwischendurch kommt Fred noch vorbei. Er ist hier Guide und hat sich an die Temperaturen gewöhnt, trägt jetzt noch lang /lang.

Bisschen ist jetzt die Luft raus, mal wieder bei Mathias. Zum schnellen fahren ist jetzt eh keiner mehr in der Lage. So wird ein neuer Schlauch eingezogen, und weil der auch keine Luft hält, gleich noch einer. Mathias ist Champion de la Schlauchwechsle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und so kommen wir rein, gerade recht als Lars sich eine Pizza einverleibt, denn er ist über die Felder nach Paguera gefahren. Zeit für das erst Aus-Bier heute und ein paar Worte von Lars:

Wieso magst du Pizza Hawaii?

 

Lars:

Süß salzig  liebste ist quatroo Jahreszeiten, aber unter unter Alkohol ist es einfach Hawaii

 

Du sagst, beste tour heute. Warum?

 

Lars:

Schöne blicke, kein Leistungsanspruch, veritablem Besäufnis, Soelcycling. Seelenfahren

 

Gibt es Lügenpresse? 

 

Lars:

Nein, gefärbte presse.

 

Macht es Spass, anderen beim Fahren zu zu sehen?

 

Lars:

Teilweise, korrektiver Wahn versucht Technik zu belehren.

 

Fährt Hans Rasterlocke gut? 

 

Lars:

So gut wie kein anderer. (getroffen bei 312)

 

Kurzes Fahrzit vom Trainingslager?

 

Lars:

Angenehme Stimmung, Lagerkoller kleiner als gewohnt, echtes Training fehlt etwas, Wetterglück, soelcycling ein Traum. Frei durchatmen möglich.

 

Radtechnisch?

 

Lars:

Noch immer kein Profi, aber Abfahrt ist deutlich verbessert, da schauen wo es hingeht, und nicht auf den Kühler der entgegen kommt.

 

Lieblingsstrecke:

 

Lars:

Von big mayor nach Osten ein Camie, dieses Jahr: Port de Valdemossa zum Restaurant runter.

 

Was halten sie von dem Herrn?

 

Frau gegenüber:

Na ja, ganz nett.

 

Noch etwa?

Lars:

Die Kriesenecke im Hotel hat sich 2017 zur Liebesecke der Kommunikation gewandelt. Keine Verletztenbetreung, dafür Lachtränen auf dem  Boden. (Breitensport...über mir ist eine Kellerwohnung frei geworden..Zuhälter)

 

Und?

 

Lars:

Die schönste Pause meines Lebens habe ich mir Karen in Valdemosse genossen, mit nachfolgenden Sprung ins Hafenbecken.

Ich danke dir, Karen

 

Und dir Lars, Jan de sport

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Mallorca Donnerstag 30.03.17

Etappe für Könige, 197km, 3550hm

Gestern war Ruhetag. Nicht nur bei uns. Scheinbar. Denn wir waren ja nicht draußen auf dem harten Pflaster, da wo die Drachen erlegt werden und der Königin oder dem König als Souvenir mitgebracht werden.

 

Heute stellt sich die Frage: Taugen wir zum König oder sind wir nur Leibeigene unseres Hobbies? Auf alle Steigungen und Fälle hat es was mit König zu tun, deshalb Königsetappe.

 

Das Wetter ist heute unser Freund, Lars nicht so, denn er schlägt die Route vor. Letztendlich wollen wir es aber alle, weil wir es können. Und so bleibt Lars unser Mann. Und wir etwas ängstlich. Keine 200km sind geplant, trotzdem wird Radbeleuchtung mitgenommen. Von der kleinen Biwakausrüstung lassen wir ab, die Insel ist voller Hotels. Lars redet die Strecke schön, Hauspässchen-Soller roller-big Mayor durch den garten-sa colobra aber nicht bis unten-Tankstelle-Hauspässchen. Was er uns verschwiegen hat, ist die Autobahnbrücke gleich hinter dem Hauspass.

Die Beine sind gut, der Ruhetag gestern hat die Speicher gefüllt, trotzdem wird auf Sprints an Ortsschildern verzichtet. Es ist nicht gut, wenn du weißt, wo die Körnchen liegen, die am Ende fehlen. 

 

Wir sind früh dran, sind tatsächlich eine halbe Stunde früher los gekommen. Die Strassen sind nur leicht gefüllt, meist mit Schönheitsfahrern, als die sich täglich ein paar Meter bewegen, um zu glänzen. Selbst in Bonyola, am Abzweig zum Orient ist noch kein müder Radfahrer im Café auf dem Kirchplatz. Uns ruft der pass nach Soller. Ich bin den mal Anfang der 2000er gefahren und habe damals gesagt, der rollt so gut, der ist für die große Scheibe vorne gemacht. Und heute ist die Scheibe etwas kleiner, ich etwas erfahrener und der Pass liegt in der Sonne. Also nicht schalten und fahren. Und was ist das geil, wenn die Kurven bergauf zu eng werden.

Nicht ganz trocken falle ich in die Abfahrt. Leider ist die Gruppe etwas zerrissen, aber so manch einer hat sich den Tag besser eingeteilt als ich. 

Und dann darf ich zum ersten mal durch die Gärten von Soller. Hier wachsen dicht an dicht Zitrusfrüchte. Das tal ist windgeschützt und hat Wasser von den Bergen.

Kurze Kaffeepause und um die Übergriffe auf andere zu beenden, öle ich meine Klickies mit Olivenöl aus dem Café. Woraufhin die Bedienung sämtliche Ölflaschen evakuiert und in Sicherheit bringt. Des einen Freud, des anderen Leid.

Früher störte etwas, dann hieß es Belästigung und heute Übergriff. Morgen ist es eine Kriegserklärung.

Der big major ist der längste Anstieg der Insel. Vom Wasser aus geht es 960hm hoch bis zum Tunnel. Die % halten sich in grenzen, ober wird es nicht zu warm. Doch stehe ich mit dem Berg auf Kriegsfuß. Immer wieder habe ich unterwegs Schwächephasen. So auch heute, kann das Hinterrad von Patrick einfach nicht halten. 

Mit Mike rolle ich durch den Tunnel und auf der anderen Seite an den Stauseen vorbei zum Abzweig nach sa colobra. Auf der Abfahrt kommen sie alle. Vom Elitefahrer bis zum Jungfernpassfahrer. Dicht an dicht, stark und schwach. Mit sa colobra in den Beinen und auch ohne. Alle auf der Königsetappe, alle Drachen sind erlegt, für viele bleibt nur das Hobby. 

 

Kurz noch über die Schippe steine, durch den Kravattenknoten und schon, huii, geht es runter zum Wasser. Bei mir kommt immer ein kleiner Schwindel auf, vielleicht weil die Kulisse so unwirklich scheint oder weil es viele Kurven sind. Und kurz vor unten geht es links ab und wieder hoch. Und wieder runter. Und essen.

Wir sind satt, haben die Hälfte gefahren und die Motivation ist super, weil keine Verletzungen da sind. So rollen wir an die Wasserkante, wo kleine Mädchen Urlaub machen. Wir fragen la torta, ob sie und aufnimmt. Sie hat zum Glück nicht alles verstanden und macht gute Bilder von der Königsscharr. 

Noch einmal hoch, durch das Felsentor.

Tatsächlich werden wir endlich mal überholt. Hier trainieren viele. Nur Lars und Dominik halten stand. Ich lasse mich erst am Ende auf eine Wettfahrt ein, doch der junge Kerl ist einfach schneller, auch wenn er fast stirbt dabei. Bestimmt war es sein erster Ausflug durch sa colovbra. Aber nicht sein letzter. Die Strecke und Kulisse machen süchtig. 

 

 

 

Jetzt zur Tankstelle rollen. Etwas haben sich meine Muskeln schon verfestigt. Viel schlimmer ist, das der Knoblauch im Restaurant unten stark war und immer noch eine trockene Kehle macht. Das wird sich heute nicht mehr ändern. Von der Tankstelle geht es bis zum Hauspass nur noch bergab. Mal auf kleinen Wegen, mal auf breiten Strassen. Mal zäh, mal flüssig. Noch mal "all in" am Hauspass und auch hier grosse Scheibe. 


Um die folgenden Ortsschilder streiten sich andere, jetzt nur durchrollen und baden gehen, denn es ist noch hell, warm und Sommer. Lars und malte machen noch die 200km voll, fahren um die Blocks. 

Kein Drachen erlegt, kein König geboren, aber Kaiserwetter und Königinsweg (schön, kurvig und fordernd)

 

 

Heute ein kleines Gespräch mit Malte, der die letzten Tage Prinzessin auf der Erbse gespielt hat und heute voll auf Kravall gefahren ist:

 

Malte, wie ist das den Status des Jüngsten zu

verlieren? Was bleibt?

 

Malte:

Habe mich nie darum gekümmert, jetzt muss das alles wirklich der jüngste machen

 

Heute war Königsetappe. Das hat schon mit frühen aufstehen begonnen. Ging das gut?

 

Malte:

Ging gut, aber frühstück heisst nur so. Spätstück ist besser.

Und es ging gleich richtig frisch los. Doch dann kam die Sonne ohne eine Wolke. Kann es daran liegen, das du auf gegessen hast? 

 

Malte:

Ja! 

 

Wir haben heute fünf Pässe gefahren:   2x Hauspass, soller, big mayor (puig major), sa colobra. Welcher war der Hit? 

 

Malte:

Sa colobra

 

Wo tat es besonders weh? 

 

Malte:

Ok, wo nicht. Also Köper incl. Knochen. Die kleinen Wege im Tal mit dem etwas unvollständigen Belag taten nicht gut.

 

Ich habe gehört, du bist am Hotel mit Knelly durchgefahren um die 200km voll zu machen. Waren es erhebende Meter? 

 

Malte:

Ja natürlich, 200km noch nie auf der Insel gefahren und sonst auch nur mit reduzierten hm. 

 

Jetzt mal zu deiner Heimat. Was ist besser? Lange Theke in Düsseldorf oder Kurze bei Miguel auf Mallorca an der Theke? 

 

Malte:

Düsseldorf, Düsseldorf

 

Oder ist Mallorca ein Stadtteil von Düsseldorf? 

 

Malte:

Ja, Ballermann ist eine Kneipe in Düsseldorf

 

Oder ist Mallorca das Altenheim fern vom Rhein? 

Malte:

Bis zum 1. April

 

Welche Radziele hast du dieses Jahr?

 

Malte:

Lüttich Bastonge Lüttich, Ötzi, wenn Verlosung klappt.

 

Bist du gut vorbereitet durch das Lager? 

 

Malte:

Definitiv, bestes Lager der Welt

 

Lagerkoller? 

Malte:

Nein, diese Jahr ist es total angenehm. 

 

Grüß Campino und Starte die Tour de France in deinem Wohnzimmer. Jan de Sport

 

 

Malte:

 

DieTour rollt 30m am Wohnzimmer vorbei. Fast getroffen

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Wie sich die Truppe einrollt? 

Mallorca 2017 Einrollen