Mal wieder QWE, querwaldein

L.aura 26.03.2017

Letzte Woche war noch grauer Himmel und draussen war niemand zu sehen. Seit drei Tagen scheint die Sonne und ich habe schon mit sämtlichen Nachbarn gequatscht, die neuesten Geschichten gehört und Kuchen bekommen. Es ist echt schön in einem Dorf mit netten Menschen zu wohnen. Im Winter lässt man sich in Ruhe und bei den ersten Sonnenstrahlen kommen alle aus ihren Löchern.

Um mal nicht immer dieselben Runden zu laufen bin ich auf den Hohen Meißner gefahren und hab mir einen Wanderparkplatz gesucht. In der Nähe von P8, den wir letzte Woche schon gelaufen sind. Da hatte ich einen anderen Weg entdeckt und den will ich heute erkunden.

Leider führt der Weg wieder zur Strasse, die ich dann überquere und auf der anderen Seite den nächsten Weg weiter laufe. Es wird zunehmend unebener bis der Weg nur noch aus Matsch, Steinen, Ästen und Wildschweingewühl besteht. Aber ich bin ja hartnäckig und hebe die Beine weiter hoch. Gutes Training für die Sprunggelenke - denke ich mir. Und es geht bergauf - wie immer. Im Handy sehe ich, dass es einen Weg geben muss, den ich in einer Runde zurück zum Auto laufen will.

Nur ist mir da so ein Berg im Weg. Ich laufe ewig daran entlang, aber es ist kein drüber kommen möglich. Ich bin nicht zimperlich, aber ich weiß, dass es am Meißner oft vernünftiger ist nicht stur zu sein. Also laufe ich wieder zurück und nehme den nächstmöglichen Weg Richtung Auto.

Ich komme am Steinbruch vorbei und frage mich, ob Schotter ein guter Untergrund für eine Crossstrecke ist. Steinbrüche gruseln mich und haben gleichzeitig eine magische Anziehungskraft. Schilder verbieten einem unter Androhung von Lebensgefahr das Gebiet zu betreten und genau das macht den Reiz aus. Ich lasse es aber, den Steinbruch zu erkunden, weil ich noch den Weg zum Auto finden muss.


Nach kurzer Verwirrung finde ich den Weg. Der 26 war ich auf dem großen Weg gefolgt. Es geht bergab und die Wege teilen sich. Ich nehme die Mitte und sehe schon die Strasse an der ich geparkt habe. Durch das Weg suchen und bergab laufen ist mir mal wieder richtig kalt. Ich bin auch kurzärmelig unterwegs und hatte vergessen, dass der Meißner ein paar Grad weniger hat, als unten im Tal. Also fürs nächste Mal mehr anziehen und die Sonnenseite wählen. Ich freue mich auf die nächsten sonnigen Frühlingstage.


Bei Sonne Jacke und Handschuhe nicht vergessen

17/03/05 Bad Sooden-Allendorf, Ahrenberg

 Gestern waren es noch 10 Grad und die Sonne schien. Der erste warme Frühlingstag lockte die Menschen aus ihren Häusern, raus in die Natur und auf den Werratalradweg. Mit dem Fahrrad von Eschwege nach Bad Sooden-Allendorf haben wir es uns zwischendurch bei geräucherter Forelle und Bier gut gehen lassen. Die Beine wurden danach etwas schwer am Berg, aber wir sind oben angekommen.

 

Heute freuen wir uns wieder auf einen schönen Tag. Als ich die Nase aus der Haustür halte wird mir schnell klar, brrr kalt, ich brauche eine Jacke. Grundsätzlich habe ich ja nichts zum Anziehen, also werde ich von Jan in seine St. Pauli Trikot Jacke eingekleidet. Ich zweifel noch, ob ich wirklich Handschuhe brauche, gestern war es so warm und es ließ sich zum ersten Mal dieses Jahr ohne Handschuhe fahren. Ich nehme sie mit.

Wir fahren los Richtung Ahrenberg, nachdem wir noch die Fahrräder getauscht haben. Ich sitze also auf einem viel zu großen Carbon-Dingsi-bumsi-ganz-teuer-und-cool-Rad mit Scheibenbremsen. Jaja, ganz vorsichtig bremsen, habe ich gehört. Ist aber gar nicht so wild. Das Ding bremst ganz gut und die Schaltung geht auch. Der Lenker ist breit, so dass sich mein Nacken entspannen kann. Mountainbiken ist ja nichts für Nackenverspannungen und wenn der Lenker schmal ist, werden die noch schlimmer.

Pongotal zwischen LaPaz und Coroico
Pongotal zwischen LaPaz und Coroico
Werratal von Von Alicia Nijdam from Cordoba, Argentina - Yungas road/Death road, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33083909
Werratal von Von Alicia Nijdam from Cordoba, Argentina - Yungas road/Death road, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33083909

 

Die ersten paar Kilometer sind ganz entspannt nur muss ich irgendwann wieder Fahrrad tauschen, weil ich mich in den letzten Tagen an mein smartes blaues gewöhnt habe. In dem Moment fängt es auch an zu regnen und es stellt sich die Frage: weiter fahren oder nach Hause? Natürlich weiter fahren! Was macht schon so ein bißchen Regen.

Etwas weiter bergab finden wir auch den Berggasthof Ahrenberg. Dort kehren wir nicht ein, sondern wählen einen der drei sich gabelnden Wege und uns erwartet ein Panoramaweg vom feinsten, entlang am Abhang mit Blick ins Werratal. Ich erinnere mich, dass mir meine Schwester gestern ein Video von der Todestrasse in Bolivien geschickt hat, die sie mit dem Bus von LaPaz nach Coroico gefahren ist. Auf der Strecke sind viele Busse abgestürzt, deswegen ist sie jetzt nur noch mit dem Fahrrad für Touristen befahrbar. Ich gucke den Abhang hinunter ins heimische Tal und erfreue mich am Ausblick. Der Weg ist trocken und befestigt, keine Spur von Abstürzen.

Ab Ellershausen führt uns eine schmale schicke Teerstrasse mit engen Kurven vorbei an Wiesen und sehr hübschen schwarzen Schafen. Wer weiß die Rasse?

Berg auf und Berg auf, ich bin froh die vielen kleinen Gänge zu haben. Wir haben die kleine Strasse verlassen und es geht einen Matschweg weiter hoch. Trotz Ehrgeiz muss ich weiter schieben. Ich komme nicht mehr von der Stelle, weil es so rutschig ist.


Sanfte Märzregenschauer begleiten uns. Wir sind noch auf der guten Seite des Berges und ich bin froh über die Jacke und die Handschuhe. Oben angekommen verlässt uns der Weg. Wir stehen mitten im Wald und entscheiden die Richtung nach Orientierung und dem nächsten Jägerstand. Wo ein Jägerstand ist, ist auch ein Weg. Der Jäger an sich ist fussfaul und fährt lieber mit dem Auto zu seinem Ziel. Den Weg finden wir und entscheiden die Weiterfahrt nach Himmelsrichtung.

 Jippi, es geht bergab. Nicht lange. Aber immerhin haben wir wieder Beschilderung gefunden und die Rosskopfturmrunde. Die kennen wir und so finden wir nach Hause. Nur sind wir jetzt auf der Schlecht-Wetter-Seite des Berges und dort regnet gerade eine dunkle Wolke ihr Gewicht ab. Der Wind treibt die Wolke in den Hang. Es fühlt sich fast wie Hagel an und das Wasser von außen verbindet sich gerade mit dem Schweiss von innen. Jetzt macht es keinen Spass mehr. Nur noch durchhalten und ankommen. Ich denke nur noch an die Kirschgrütze mit Vanillesoße die zu Hause im Kühlschrank wartet. Der Gedanke hält mich bei Laune. Die Wolke scheint den Berg überwunden zu haben und das Licht kehrt zurück. Licht und Wasser zusammen ergeben einen Regenbogen. Das Licht zeigt seine Farben.

Und mir ist arschkalt. Es geht nur noch bergab, der Wind geht direkt durch die nasse Kleidung auf die Haut. Da nützen die Jacke und die Handschuhe auch nicht mehr viel. Arschbacken zusammen kneifen und ab nach Hause.

Bald kommt die warme Zeit, mit kurzen Hosen, Wind an den Waden, Bier im Berggasthof und Sommerregen auf der Haut. Den Trail über die el camino de la muerte kann ich abhaken. Wir haben hier Berge genug. Und man ist schneller zu Hause.

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Q/P/E #25

17/02/19 Barsbüttel, Bondenholz

Was hatten wir uns alles ausgedacht zur 25. Austragung eines QuerParkEins? Und dabei war ich bei Nummer Eins nicht dabei, einst. Im Öjendorfer Park. Nur der Jörg war immer dabei, wenn auch nicht immer als Fahrer, manchmal nur als Schreiber, Zuschauer oder an der Glocke für die letzte Runde.

QuerParkEin ist einfach treffen im Park, Runde definieren und einer schreibt die Namen der Fahrer. Irgendwann ist dann letzte Runde. Kleines Summenzeichen unter die Liste, abfeiern und abhauen.

 

Zu so einer runden Veranstaltung wird mehr geboten. So bin ich schon zwei Stunden vor dem Sattelkontakt am Bondenholz in Barsbüttel. Ach was schreibe ich, zwei Wochen vorher war schon das erste Treffen, da die Strecke der Jahre davor nicht mehr zu befahren war. Zu tief der Schlamm und zu tief die Äste der Bäume. Inspiriert von der WM in Luxemburg sind ein paar Kurven bergab und etwas Schikane auf den Geraden hinzugekommen. 


So stehe ich im Regen und versuche Absperrungen in den Boden zu treiben. Es ist nur ein Schauer, der ist vorbei als Jörg und Markus, sowie Volker und Yonatan (ESP) auftauchen und mit aufbauen. Mit der Axt im Walde werden immer mehr Stöcker gemacht, die zur Streckenbegrenzung dienen. Auch kommt leider viel Flatterband zum Einsatz. Flatterband bei Q/P/E ist wie Schnitzel im Veganerbuffet. Auch kommt die neuste Errungenschaft zum Einsatz: Schilder, die endlich auf die Rutschgefahr hinweisen. Als Krönung der heutigen Mühen fährt Volker noch seinen kleinen Imbissstand auf und es wird Pommes geben. Auch gibt es endlich die Hürde aus Bierkästen. Natürlich Jupiler, die Göttin unter den Bieren.


So langsam füllt sich der Platz. Die Runde ist markiert. Britta aus Schwarzenbek mit dem Rad da. Knelly ohne Konkurrenz und Tex von der Bühne in den Sattel. Tex war gestern In Bargteheide mit Rocko Schimano Schamoni aufgetreten. Tex hat eine Vinyl Single dabei. Tasse Kaffee. Für mich, Danke

 

Vor der Probe- und Einführungsrunde die übliche Ansprache zum Treffen: powered by yourself. Ganz unüblich der Start. Kein Le Mans Start, sondern Aufstellung nebeneinander. Noch mal der Hinweis, wer keine Nummer der SchreiberIn sagt, bekommt keine Runde geschrieben. Und gleich am Anfang gibt es zwei Bergabkurven. Nur spärlich beflattert mit Band. Und so gibt Goschi, der heute keinen mentalen Zugang zum Rad gefunden hat, die Fahrt frei. Wild unentschlossen stürmt das Feld in den Trichter am Ende der Maulwurfshügelsammlung. Heute ist nicht mein Tag. Ich komme recht weit vorne in den Sog, gleich hinter Mario CX Ü40. Üblich wäre einer der letzten, da entweder Start verschlafen, Pedale nicht gefunden oder einfach nur kraftlos.  Knelly verpasst die zweite Bergabkurve und muss ein paar Schritte zurücklaufen. So komme ich ein paar Meter in den Genuss des schnellsten Hinterrades im Park. Domrep Mercx führt das Feld an, wundert sich aber, das Knelly nicht da ist. Doch bald hat sich alles sortiert und meine Sorgen gehen los. Es kommt zum Kampf, Mann gegen Mann, Mann gegen Rad und Mann gegen Schwäche. Als erstes verliere ich Mann gegen Rad, werde abgeworfen. Dann gewinnt die Schwäche und am Ende verliere ich gegen Yonatan. Hatte ich zwischendurch doch kurz den Dritten inne, so rolle ich nach kuriosen Kämpfen und acht Runden in Sichtweite vom Domrep Mercx und Yonatan zum Kreisel. Knelly ist schon lange durch, geduscht und am Bier. 


Viele haben die Strecke gelobt, schnell, breit und doch technisch. Viel Glück haben wir, da es kein Schnee mehr gibt, der zu querende Bach zum Wadi geworden ist und der Regen schnell im Waldboden versickert. Natürlich kommt jetzt das ehrvolle Geehre der Würdenträger. Damit es nicht immer die Gleichen sind, wird unter allen Startern ein wertvolles Giveaway verlost. Sonja ist die glückliche Gewinnerin eines gelben Schildes, das vor Rutschgefahr warnt. Auch gut zu verwenden bei der häuslichen Arbeit. Uli bekommt auch eine gelbe Anerkennung für seine Dienste an der Kamera, der Bilderbereitstellung und spendet gleich wieder uralten Whisky. Als Jahresbester geht Domrep Mercx hervor, bei den Damen Karin und Kati, punktgleich. Sie erhalten zwei Q/P/E Aufkleber, für den Monitor im Büro oder die örtliche Telefonzelle. 


Heute fanden die finalen Läufe im Freicross (FreeX) statt. Von Freiburg über Stuttgart nach Hamburg. Die Erfinder vom ESK waren wieder mal früher dran, schon letzte Woche öffneten sie die Parks wieder für die Erholungssuchenden Balkonier und ihr vierbeiniges Geläuf. Wir haben jetzt Zeit, die 25 Läufe zu ordnen, im Sommer mal kurz/kurz zu fahren, ohne verrückt erklärt zu werden und uns ganz viel auf den Q/P/E#26 zu freuen.